Die Wikingerschlacht war kein wildes Gewuehl, sondern ein hartes Ringen Schild an Schild. Ein Blick auf Taktik und Waffen jenseits der Klischees.
Hollywood zeigt die Wikingerschlacht gern als chaotisches Gemetzel einzelner Helden. Die Wirklichkeit war nuechterner – und in gewisser Weise eindrucksvoller: Sie verlangte Disziplin.
Das Herzstueck der Taktik war der Schildwall: Die Krieger stellten sich dicht nebeneinander, die runden Holzschilde ueberlappend, und bildeten so eine geschlossene Wand. Wer ausscherte, gefaehrdete die ganze Linie. Zwei solche Waende drueckten gegeneinander, bis eine brach.
Die haeufigste Waffe war nicht das Schwert, sondern der Speer – billig, weitreichend, wirksam. Dazu kam die Axt, oft ein einfaches Werkzeug, in der Hand eines Geuebten aber furchtbar. Das Schwert war teuer und ein Statussymbol; gute Klingen wurden benannt und vererbt. Helme waren einfach und ungehoernt – das Horn am Helm ist reine Erfindung des 19. Jahrhunderts.
Der Schildwall belohnte nicht den wildesten Einzelkaempfer, sondern den, der seinen Platz hielt. Hier wird die Havamal sehr konkret: Mut zeigt sich in Standhaftigkeit, nicht in Tollkuehnheit.
„Mutig und froh sei jeglicher Mann, bis ihn ereilt der Tod.“Havamal 16, Uebertragung nach Karl Simrock (gemeinfrei)