Kaempfer, die in heiliger Wut alle Furcht verloren: Die Berserker faszinieren bis heute. Doch was ist Quelle und was spaetere Ausschmueckung?
Wenige Gestalten der Wikingerwelt sind so beruehmt wie die Berserker – Krieger, die in einer rasenden Kampfwut alle Furcht und allen Schmerz verloren haben sollen.
„Berserkr“ bedeutet vermutlich Baerenhemd – ein Kaempfer im Fell des Baeren. Verwandt sind die Ulfhednar, die „Wolfsfelle“. Beide werden in den Quellen Odin zugeordnet, dem Gott der Ekstase und des Krieges. Im Tierfell anzutreten hiess, etwas von der Kraft des Tieres anzunehmen.
Der Dichter Snorri beschreibt, wie Odins Krieger „ohne Panzer wuetend wie Hunde oder Woelfe“ kaempften, in Schilde bissen und weder Feuer noch Eisen fuerchteten. Solche Schilderungen sind eindrucksvoll – aber sie stammen aus spaeterer Zeit und sind literarisch ueberhoeht.
Ueber die Ursache der „Berserkerwut“ wird viel spekuliert: rituelle Ekstase, Selbstsuggestion, Adrenalin im Kampf, manchmal auch Rauschmittel – fuer Letzteres gibt es jedoch keinen sicheren Beleg. In den islaendischen Sagas erscheinen Berserker spaeter sogar oft als gefuerchtete Stoerenfriede, die der Held besiegt. Wie so oft liegt die Wahrheit zwischen Geschichte und Legende.
Mehr ueber Odin, den Gott hinter der Kampfekstase, liest du im Odin-Portraet.