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Tod und Jenseits im Norden

Mythologie Tod und Jenseits im Norden

Walhall war nur eines von vielen Totenreichen. Die Vorstellungen vom Jenseits waren so vielfaeltig wie die Bestattungssitten selbst.

Der Tod war fuer die Wikinger kein blosses Ende, sondern ein Uebergang. Das zeigt schon die Sorgfalt, mit der sie ihre Toten bestatteten – und die Fuelle der Vorstellungen vom Jenseits.

Viele Wege ins Jenseits

Anders als oft angenommen, fuehrte nicht jeder Weg nach Walhall. Die Haelfte der Gefallenen empfing Freyja; wer an Krankheit oder Alter starb, kam zu Hel in das gleichnamige Totenreich; Ertrunkene fielen der Meeresgoettin Ran zu. Daneben hielt man die Vorstellung lebendig, dass Tote im Grabhuegel weiterlebten und ueber Hof und Sippe wachten.

Das Schiffsgrab

Die eindrucksvollste Bestattung war das Schiffsgrab: Maechtige wurden in einem ganzen Schiff beigesetzt, ausgestattet mit Waffen, Schmuck, Vorraeten, Tieren – manchmal in einem Grabhuegel, manchmal verbrannt. Das Schiff sollte den Toten ins Jenseits tragen. Die Funde von Oseberg und Gokstad gehoeren hierher.

Brandgrab und Grabbeigaben

Haeufig war auch die Brandbestattung: Der Tote wurde mit seinen Beigaben verbrannt, die Reste in einem Huegel oder Urnenfeld beigesetzt. Die Beigaben zeigen, dass man dem Toten ein gutes Auskommen im Jenseits wuenschte – und dass Status auch ueber den Tod hinaus zaehlte.

„Besitz stirbt, Sippen sterben, du selbst stirbst wie sie; doch der Nachruhm stirbt nimmermehr.“Havamal 76, Uebertragung nach Karl Simrock (gemeinfrei)

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